{"id":235432,"date":"2026-06-12T15:20:07","date_gmt":"2026-06-12T12:20:07","guid":{"rendered":"https:\/\/azbuki.bg\/?p=235432"},"modified":"2026-06-12T15:20:07","modified_gmt":"2026-06-12T12:20:07","slug":"kulturelles-emblem-ddr-im-landeskundeunterricht-deutsche-kleidungsaufschriften-als-trager-kulturellen-gedachtnisses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/strategies.azbuki.bg\/en\/uncategorized\/kulturelles-emblem-ddr-im-landeskundeunterricht-deutsche-kleidungsaufschriften-als-trager-kulturellen-gedachtnisses\/","title":{"rendered":"Kulturelles Emblem DDR im Landeskundeunterricht: deutsche kleidungsaufschriften als tr\u00e4ger kulturellen Ged\u00e4chtnisses"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dr. Boryana Tencheva, Assist. Prof.<\/strong><\/p>\n<p><em>Paisii-Hilendarski-Universit\u00e4t Plovdiv<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.53656\/for2026-2s-03\">https:\/\/doi.org\/10.53656\/for2026-2s-03<\/a><\/p>\n<p><strong>Abstract<\/strong>. Der Beitrag pr\u00e4sentiert deutsche Kleidungsaufschriften als mediale Formen der Erinnerungskultur und verortet das Thema im Schnittfeld von Sprache, Kultur und Mode, wobei DDR-bezogene T-Shirt-Aufdrucke untersucht werden. Im Fokus der Untersuchung stehen sprachliche, symbolische und humoristische Dimensionen. Die empirische Analyse ausgew\u00e4hlter Beispiele folgt einem Ansatz, der sprachwissenschaftliche und intertextuelle Methoden miteinander verbindet. Anhand verschiedener Kleidungsaufschriften wird gezeigt, wie das kulturelle Emblem <em>DDR<\/em> sprachlich und visuell inszeniert wird, um Identit\u00e4t und Erinnerung zum Ausdruck zu bringen. F\u00fcr den Landeskundeunterricht er\u00f6ffnet das Thema vielf\u00e4ltige didaktische Potenziale.<\/p>\n<p><em>Keywords<\/em><em>:<\/em> kulturelles Ged\u00e4chtnis, Erinnerungskultur, kulturelles Emblem, DDR, Landeskunde, Fremdsprachenunterricht<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n<p>Der Artikel ist eine logische Fortsetzung der sprach- und kulturwissenschaftlichen Forschung des letzten Jahrzehnts, deren theoretischer und konzeptueller Rahmen in Publikationen von Tencheva (2011, 2013, 2024a, 2024b u. a.) sowie von Milanova und Makevi\u0107 (2024) ausf\u00fchrlich dargelegt wurde. In der vorliegenden Studie werden insbesondere spezifische Aspekte der Verwendung des kulturellen Emblems <em>DDR<\/em> in den Blick gefasst. Der Beitrag bietet einen \u00dcberblick \u00fcber deutsche Kleidungsaufschriften als Tr\u00e4ger kulturellen Ged\u00e4chtnisses und er\u00f6ffnet einen interdisziplin\u00e4ren Zugang zwischen Sprache, Kultur und Mode.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt stehen Aufdrucke mit DDR-Bezug und deren Verwendung als Mittel zur Analyse der Erinnerungskultur. Dabei richtet sich der Fokus auf drei zentrale Dimensionen<strong>: <\/strong>Sprache, Symbolik und Humor. Im empirischen Teil erfolgt eine strukturelle und funktionale Analyse ausgew\u00e4hlter Beispiele. Die Untersuchung basiert dabei auf einer Methodik, die Elemente der Sprach- und Intertextanalyse miteinander verbindet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kulturelles Ged\u00e4chtnis und kulturelles Emblem <em>DDR<\/em> in Kleidungsaufschriften<\/strong><\/p>\n<p>Kultur konstituiert sich als <em>verbindende Struktur<\/em>, indem sie durch gemeinsame Bedeutungen, Regeln und Werte Vertrauen, Orientierung sowie einen gemeinsamen Handlungsraum schafft. Dar\u00fcber hinaus fungieren Erz\u00e4hlungen und Erinnerungen als Medien zur Verkn\u00fcpfung von Vergangenheit und Gegenwart, indem sie Zugeh\u00f6rigkeit sowie kollektive Identit\u00e4t stiften. Das kulturelle Ged\u00e4chtnis manifestiert sich als komplexe und dynamische Form der \u00dcberlieferung, Bewahrung und Aktualisierung kultureller Bedeutungen (vgl. Assmann, 2017, \u0440. 16, 21). Vor diesem Zusammenhang widerspiegeln T-Shirts mit DDR-Bezug historische Kontexte und reflektieren zugleich gegenw\u00e4rtige Identit\u00e4tsdiskurse in Ostdeutschland.<\/p>\n<p>Sprachlich-kulturelle Zusammenh\u00e4nge wurden bereits umfassend von zahlreichen Forscher:innen beschrieben, darunter Assman (1988, 2017), Cherneva (2010, 2013, 2024), Chakarova (2023, 2024a, 2024b), Tencheva (2011, 2013, 2024\u0430, 2024b), Milanova (2023), Milanova und Makevi\u0107 (2024), Kuzova (2017, 2018) u. a. Sprache fungiert als zentrales Medium des kulturellen Ged\u00e4chtnisses einer Gemeinschaft, weil sie historische Erfahrungen, Werte und kollektives Wissen bewahrt und \u00fcberliefert. Assmann definiert kulturelles Ged\u00e4chtnis als \u201eden jeder Gesellschaft und jeder Epoche eigent\u00fcmlichen Bestand an Wiedergebrauchs-Texten, Bildern und Riten zusammen, in deren \u201aPflege\u2018 sie ihr Selbstbild stabilisiert und vermittelt, ein kollektiv geteiltes Wissen vorzugsweise (aber nicht ausschlie\u00dflich) \u00fcber die Vergangenheit, auf das eine Gruppe ihr Bewusstsein von Einheit und Eigenart st\u00fctzt\u201c (Assmann, 1988, \u0440. 15). Damit reflektiert jede Sprache die Identit\u00e4t und das Weltbild ihrer Sprecher:innen. Nach Assmann stellt das kulturelle Ged\u00e4chtnis eine Form sozialer Stabilisierung dar, die durch die wiederholte Verwendung von Texten und Bildern gew\u00e4hrleistet wird. In diesem Sinne lassen sich Kleidungsaufschriften als Ausdruck sprachlich-kultureller Erinnerung begreifen.<\/p>\n<p>Das unten dargestellte Schema des kulturellen Ged\u00e4chtnisses verdeutlicht ein dynamisches Netzwerk, in dem Gesellschaft, Sprache, Symbole, Werte und Traditionen eng miteinander verflochten sind. Eine hierarchische Ordnung besteht dabei nicht; vielmehr stehen alle Elemente in wechselseitiger Beziehung und beeinflussen sich gegenseitig.<\/p>\n<p>Kultur bildet einen Rahmen aus Werten und Verhaltensmustern, w\u00e4hrend das kulturelle Ged\u00e4chtnis diese Werte und Erfahrungen bewahrt und tradiert. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Sprache zu: Sie vermittelt kulturelle Inhalte und transportiert Bedeutungen \u00fcber Worte, Gesten, Symbole und andere Ausdrucksformen. Symbole fungieren wiederum als gemeinsamer Code, durch den Sprache und Kultur einander interpretieren und reproduzieren.<\/p>\n<p>In Narrativen, literarischen Texten, Redewendungen und kulturellen Konzepten verdichtet sich dieses Wissen und wird \u00fcber Generationen hinweg weitergegeben. Auf diese Weise entsteht Identit\u00e4t als ein fortlaufender Prozess: stetig im Wandel, zugleich jedoch im kollektiven Ged\u00e4chtnis verankert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-235448\" src=\"https:\/\/azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151242.png\" alt=\"\" width=\"411\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151242.png 411w, https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151242-300x175.png 300w\" sizes=\"(max-width: 411px) 100vw, 411px\" \/><\/p>\n<p><strong>Schema 1<\/strong>. Kulturelles Ged\u00e4chtnis<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach Chakarova (2023) und Cherneva (2024) bezeichnet ein kulturelles Emblem ein Symbol oder Bild, das wichtige Aspekte einer Kultur sichtbar macht und weitervermittelt. In diesem Sinne \u201efungieren Symbole als verbindendes Fundament, das einer Aufl\u00f6sung einer Kultur in einzelne chronologische Schichten entgegenwirkt<sup>1<\/sup>\u201c (Chakarova, 2023, \u0440. 123). Dazu z\u00e4hlen Zeichen und Darstellungen, die eine spezifische Bedeutung tragen und zur Identifikation mit einer Gemeinschaft oder Tradition beitragen. \u201eSemiotische Untersuchungen demonstrieren die hohe Produktivit\u00e4t des Interesses an der Sprache r\u00e4umlicher Kulturbeziehungen. Der Geist des Territoriums konstituiert dabei einen Boden, der Raum, Geschichte und Kultur verbindet und folglich Wertbedeutungen, Orientierungen und Begrenzungen formt\u201c (Kuzova, 2018, \u0440. 233).<\/p>\n<p>Im Kontext des Themas l\u00e4sst sich das kulturelle Emblem <em>DDR<\/em> auf T-Shirts als sichtbares Element kollektiver Erinnerung interpretieren. Anhand verschiedener Aufdrucke wird gezeigt, wie dieses Emblem sprachlich und visuell umgesetzt wird, um Identit\u00e4t und Erinnerung zum Ausdruck zu bringen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Alltagsgegenst\u00e4nde zu Tr\u00e4gern kollektiver Erfahrungen werden.<\/p>\n<p>Schema 2 veranschaulicht, wie T-Shirts mit DDR-Bezug als kulturelles Emblem fungieren. Die Darstellung erfolgt auf drei Ebenen: einer visuellen Ebene, einer verbalen Ebene sowie einer kombinierten Ebene, die beide Ausdrucksformen miteinander verbindet. Durch dieses Zusammenspiel von Text und Bild entsteht eine vielschichtige kulturelle Botschaft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-235449\" src=\"https:\/\/azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151251.png\" alt=\"\" width=\"377\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151251.png 377w, https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151251-300x229.png 300w\" sizes=\"(max-width: 377px) 100vw, 377px\" \/><\/p>\n<p><strong>Schema 2<\/strong>. Kulturelles Emblem<em> DDR<sup>2<\/sup><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kulturelles Emblem <em>DDR<\/em>: Korpusbasierte Analyse<\/strong><\/p>\n<p>Die ersten drei untersuchten T-Shirts zeigen Motive aus der DDR sowie ostdeutsche Identit\u00e4tsmarker, \u00fcber die Zugeh\u00f6rigkeit, Stolz und Selbstironie zum Ausdruck gebracht werden. Letztere wird in der Studie von Tencheva (2024b) aus kommunikativ-pragmatischer Perspektive eingehend analysiert. Durch historische Symbole, sprachliche Kontraste und die humorvolle Umdeutung des Begriffs <em>Ossi<\/em> werden diese Botschaften zu Zeichen von Widerstandskraft, Solidarit\u00e4t und kultureller Erinnerung. Die Slogans fungieren als Mittel allt\u00e4glicher Identit\u00e4tspolitik, das sowohl provoziert als auch zum Nachdenken anregt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-235450\" src=\"https:\/\/azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151259.png\" alt=\"\" width=\"532\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151259.png 532w, https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151259-300x98.png 300w\" sizes=\"(max-width: 532px) 100vw, 532px\" \/><\/p>\n<p>Die Aufschrift in Bild 1 besteht aus einem kurzen, pr\u00e4gnanten Slogan, der Stolz und St\u00e4rke vermittelt. Der erste Teil \u2013 <em>Geboren unter Zirkel und Hammer<\/em> \u2013 verweist auf das DDR-Emblem und symbolisiert Herkunft sowie kollektive Identit\u00e4t. Der zweite Teil \u2013 <em>Kenn ich weder Schmerz noch Gejammer<\/em> \u2013 betont H\u00e4rte und Unersch\u00fctterlichkeit und spielt zugleich ironisch mit dem stereotypen Bild des widerstandsf\u00e4higen <em>Ossis<\/em>.<\/p>\n<p>Der T-Shirt-Aufdruck in Bild 2 veranschaulicht, wie das sozialistische Erbe heute humorvoll und selbstbewusst weiterlebt und dabei Elemente von Erinnerung und Identit\u00e4tsstiftung miteinander verbindet. Die Aufschrift <em>Vom Ossi lernen hei\u00dft \u00fcberleben lernen!<\/em> spielt ganz bewusst auf die bekannte DDR-Parole \u2013 <em>Von der Sowjetunion lernen hei\u00dft siegen lernen<\/em> an. Mit Humor und Ironie vermittelt der Spruch die Botschaft, dass aus der DDR-Erfahrung St\u00e4rke erwachsen ist. Der Begriff <em>Ossi<\/em> fungiert dabei als Marker einer gemeinsamen ostdeutschen Identit\u00e4t, w\u00e4hrend <em>\u00fcberleben lernen<\/em> sowohl w\u00f6rtlich als auch symbolisch zu verstehen ist \u2013 als Ausdruck von Anpassungsf\u00e4higkeit, Widerstandskraft und Durchhalteverm\u00f6gen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-235451\" src=\"https:\/\/azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151338.png\" alt=\"\" width=\"576\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151338.png 576w, https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151338-300x102.png 300w\" sizes=\"(max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/p>\n<p>Beide Spr\u00fcche (vgl. Bild 3 und 4) betonen auf provokante und ironische Weise den Gegensatz zwischen Ost und West. <em>Ich bin Ossi \u2013 und ihr nicht<\/em> transformiert den fr\u00fcher abwertend verwendeten Begriff <em>Ossi<\/em> in ein selbstbewusstes Identit\u00e4tsmerkmal. Lexikalisch wird das Wort <em>Ossi<\/em> damit positiv umgedeutet: von einem zun\u00e4chst umgangssprachlich oder pejorativ gebrauchten Ausdruck hin zu einem Marker f\u00fcr Stolz und Zugeh\u00f6rigkeit.<\/p>\n<p>Durch seine klare Struktur und starke sprachliche Einfachheit vermittelt der Spruch eine deutliche Botschaft. Strukturell besteht der Satz aus zwei parallelen Teils\u00e4tzen, deren Kontrastaufbau (<em>ich<\/em> vs. <em>ihr<\/em>) die Opposition zwischen dem Sprecher \u2013 einem selbstbewussten Ostdeutschen \u2013 und den \u201eAnderen\u201c, meist implizit den Westdeutschen, hervorhebt. Das Pronomen <em>ihr<\/em> schafft Distanz und markiert eine klare soziale Grenze.<\/p>\n<p>Typografisch dominiert das Wort <em>OSSI<\/em> durch Gr\u00f6\u00dfe und Platzierung; es fungiert als visuelles Symbol kollektiver Identit\u00e4t und hebt diese zugleich als etwas Eigenes und Wertvolles hervor. Der Punkt am Satzende verst\u00e4rkt die Endg\u00fcltigkeit und Entschiedenheit der Aussage.<\/p>\n<p>Die Kleidungsaufschrift <em>Ostdeutschland \u2013 wir sind ein Volk \u2013 und ihr ein anderes<\/em> (vgl. Bild 4) korreliert mit den vorherigen Botschaften und best\u00e4tigt deren Grundtenor. Der Spruch spielt bewusst mit der Einheitsparole von 1989 und stellt ihr eine ironisch zugespitzte Hervorhebung fortbestehender Differenzen gegen\u00fcber. Beide Formulierungen zeigen Selbstbewusstsein, fordern Anerkennung ein und lenken die Aufmerksamkeit auf die eigenst\u00e4ndige ostdeutsche Identit\u00e4t \u2013 im Spannungsfeld zwischen Ironie, Protest und Stolz.<\/p>\n<p>Der Spruch <em>Trotz Mauerfall und Wende \u2013 Ossi bis zum Ende<\/em> (vgl. Bild 5) verbindet historische Erinnerung, Identit\u00e4t und Stolz in einer kompakten, rhythmisch formulierten Aussage. Strukturell ist der Satz zweiteilig aufgebaut: <em>Trotz Mauerfall und Wende<\/em> verweist auf die politischen Umbr\u00fcche von 1989\/90, w\u00e4hrend <em>Ossi bis zum Ende<\/em> eine bleibende, unver\u00e4nderliche Selbstidentifikation ausdr\u00fcckt. Durch die antithetische Konstruktion (<em>trotz<\/em> &#8230; \u2013 <em>bleibt<\/em> &#8230;) entsteht ein markanter Gegensatz zwischen Ver\u00e4nderung und Best\u00e4ndigkeit.<\/p>\n<p>Der Reim <em>Wende<\/em> \u2013 <em>Ende<\/em> und der sloganhafte Rhythmus verleihen dem Spruch Pr\u00e4gnanz und emotionale Wirkung. Lexikalisch fungieren <em>Mauerfall<\/em> und <em>Wende<\/em> als historische Marker, die den tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel symbolisieren, w\u00e4hrend <em>Ossi<\/em> wieder als selbstbewusst positiv umgedeutete Selbstbezeichnung erscheint. Die Wendung <em>bis zum Ende<\/em> unterstreicht Loyalit\u00e4t, Standhaftigkeit und lebenslange Verbundenheit mit der ostdeutschen Identit\u00e4t.<\/p>\n<p>Visuell wird der Text durch starke Farbkontraste (etwa Gelb oder Wei\u00df auf schwarzem Hintergrund) sowie durch das zentrale DDR-Emblem (Zirkel, Hammer, \u00c4hrenkranz) gepr\u00e4gt, das den nostalgischen und symbolischen Charakter des Motivs verst\u00e4rkt. Das Emblem spielt zugleich ironisch mit der \u00c4sthetik fr\u00fcherer Propagandaslogans und verleiht dem Aufdruck zus\u00e4tzliche emotionale Tiefe, indem es kollektive Erinnerungen wachruft.<\/p>\n<p>Das T-Shirt \u00fcbersetzt DDR-Erfahrung in kulturelles Erbe, erhebt das <em>Ossi-Sein<\/em> zu einem Zeichen von Stolz, Best\u00e4ndigkeit und Zusammenhalt und verwandelt die Erfahrung des Umbruchs in eine ironisch-pathetische Selbstbehauptung: Systeme vergehen \u2013 Identit\u00e4t bleibt.<\/p>\n<p>Der letzte Spruch der Reihe <em>Untersch\u00e4tze niemals einen alten Mann, der in der DDR aufgewachsen ist<\/em> (vgl. Bild 6) verbindet Humor mit einer respektvollen W\u00fcrdigung einer ganzen Generation. Er greift das bekannte Muster popul\u00e4rer Slogans wie <em>Never underestimate an old man &#8230;<\/em> auf und verleiht ihm eine spezifisch ostdeutsche Note. Der <em>alte Mann<\/em> steht hierbei symbolisch f\u00fcr Erfahrung, Lebensklugheit und St\u00e4rke, w\u00e4hrend der Verweis auf die DDR die Herkunft dieser Eigenschaften markiert \u2013 aus einer Zeit der Knappheit, Disziplin und Anpassungsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Der Aufdruck vermittelt Stolz und macht deutlich, dass die Erfahrungen aus der DDR-Zeit auch heute noch als Quelle von St\u00e4rke und Identit\u00e4t verstanden werden \u2013 etwas, was man tats\u00e4chlich nicht untersch\u00e4tzen sollte.<\/p>\n<p>Das kulturelle Emblem <em>DDR<\/em> wird in den folgenden Beispielen (vgl. Bilder 7 \u2013 11) durch ein ikonisches Symbol jener Zeit und dessen Spitznamen dargestellt: den Trabant, der zwischen 1957 und 1991 produziert wurde. Dieses charakteristische DDR-Auto verk\u00f6rpert die Errungenschaften und die Grenzen der sozialistischen Industrie \u2013 ein Fahrzeug, das g\u00fcnstig, zug\u00e4nglich und weit verbreitet war. Es steht sinnbildlich f\u00fcr den Alltag der Ostdeutschen, der von langen Wartezeiten, materiellen Engp\u00e4ssen und einem hohen Ma\u00df an Anpassungsf\u00e4higkeit gepr\u00e4gt war. Heute fungiert der <em>Trabi<\/em> als nostalgisches Zeichen einer vergangenen Epoche, das Ironie, liebevolle Erinnerungen und kulturelle Identit\u00e4t miteinander verbindet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-235452\" src=\"https:\/\/azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151345.png\" alt=\"\" width=\"572\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151345.png 572w, https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151345-300x118.png 300w\" sizes=\"(max-width: 572px) 100vw, 572px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-235453\" src=\"https:\/\/azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151349.png\" alt=\"\" width=\"552\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151349.png 552w, https:\/\/strategies.azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/screenshot-2026-06-12-151349-300x113.png 300w\" sizes=\"(max-width: 552px) 100vw, 552px\" \/><\/p>\n<p>In diesem sprach-kulturellen Kontext verbindet der Aufdruck <em>Ostalgie \u2013 Rennpappe <\/em>zusammen mit dem Bild eines stilisierten Trabants (vgl. Bild 7) auf humorvolle Weise Erinnerung und Identit\u00e4t. Der Begriff <em>Ostalgie<\/em> bezeichnet die emotionale, oft liebevoll-ironische R\u00fcckschau auf die DDR-Zeit, w\u00e4hrend <em>Rennpappe<\/em> als humorvoller Spitzname des Trabants fungiert.<\/p>\n<p>Der Spruch <em>Nur Frauen\/M\u00e4nner aus Stahl fahren Autos aus Pappe<\/em> (vgl. Bilder 8\u20139) ist ein humorvoller Ausdruck ostdeutscher Identit\u00e4t, der weibliche bzw. m\u00e4nnliche St\u00e4rke mit nostalgischer Erinnerung verbindet. Der Satz ist kurz und pointiert formuliert \u2013 beinahe wie ein Werbeslogan \u2013 und lebt vom Kontrast zwischen Stahl und Pappe. Gerade in dieser Ironie liegt der Witz: Aus etwas vermeintlich Schwachem wird ein Gegenstand des Stolzes.<\/p>\n<p>Der Phraseologismus <em>Alte Liebe rostet nicht<\/em> (vgl. Bild 10) steht in Verbindung mit dem Bild eines alten Autos symbolisch f\u00fcr Best\u00e4ndigkeit und Treue. Das T-Shirt \u00fcbernimmt damit eine kommunikative sowie eine identit\u00e4tsstiftende Funktion.<\/p>\n<p>Der Aufdruck <em>Mein perfekter Tag<\/em> (Bild 11) zeigt auf humorvolle Weise die Verschmelzung von ostdeutscher Identit\u00e4t und Alltagskultur. Im Mittelpunkt steht erneut der Trabant, der \u2013 wie schon erw\u00e4hnt \u2013 als Symbol ostdeutscher Identit\u00e4t und Lebensweise fungiert. Humor und Selbstironie spielen hierbei eine zentrale Rolle: Aus allt\u00e4glichen Routinen und Gewohnheiten wird eine kleine Lebensphilosophie.<\/p>\n<p>Die T-Shirts in den Beispielen 7 bis 11 zeigen, dass Nostalgie humorvoll, charmant und zugleich modern auftreten kann. Die DDR-Erinnerung erscheint hier als Ausdruck von Zugeh\u00f6rigkeit, Witz und einem liebevollen Blick auf die eigene Vergangenheit.<\/p>\n<p>Die Aufschrift auf dem letzten Bild (12) <em>Wir sind das Volk \u2013 das ist unsere Flagge \u2013 und dieses Volk sagt: ES REICHT!!!<\/em> verbindet historische Parolen mit gegenw\u00e4rtiger Protestrhetorik. Der Aufbau erinnert an Demonstrationsrufe und verst\u00e4rkt den appellativen Charakter der Aussage. Die Formel wird zum Ausdruck von Emp\u00f6rung und gesellschaftlicher Unzufriedenheit. Hier dominieren Emotion und Pathos: Anstelle von Humor oder Ironie, wie sie bei vielen Ostalgie-T-Shirts vorherrschen, stehen Wut und Abgrenzung im Vordergrund.<\/p>\n<p>Zum Schluss l\u00e4sst sich festhalten: Die T-Shirts mit DDR-Bezug stehen sinnbildlich f\u00fcr ein Ostdeutschland, das als Gef\u00fchl, Erinnerung und kulturelle Identit\u00e4t fortbesteht. Die Aufschriften verbinden Sprache, Symbole und Ironie; sie st\u00e4rken Zugeh\u00f6rigkeit, schaffen Gemeinschaft und regen zur Reflexion an. Gerade deshalb sind sie so wirkungsvoll: Sie machen Vergangenheit auf kreative und emotionale Weise erfahrbar. Sie verdeutlichen, dass Ostdeutschland l\u00e4ngst mehr ist als ein geografischer Raum: Es ist ein kulturelles Ged\u00e4chtnis, das in Sprache, Humor und Alltagskultur lebendig bleibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kulturelles Emblem <em>DDR<\/em> im Landeskundeunterricht<\/strong><\/p>\n<p>Landeskunde ist eine Disziplin, deren Ziel darin besteht, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Gesellschaft, Kultur, Geschichte, Politik und Alltag in den deutschsprachigen L\u00e4ndern zu f\u00f6rdern. Sie umfasst zentrale Themenfelder wie Geografie, historische Entwicklungen, politische und wirtschaftliche Strukturen, soziale Systeme, Traditionen, kulturelle Ausdrucksformen und sprachliche Normen. Durch diese inhaltliche Breite st\u00e4rkt Landeskunde die interkulturelle Kompetenz der Lernenden und schafft einen umfassenden Kontext f\u00fcr eine authentische und effektive Kommunikation. Aus diesem Grund erscheint es sinnvoll, eine thematische Unterrichtseinheit einzubeziehen, die dem kulturellen Emblem <em>DDR<\/em> gewidmet ist. Die Untersuchung, wie Aufschriften auf Kleidungsst\u00fccken als Tr\u00e4ger des kulturellen Ged\u00e4chtnisses im modernen Deutschland fungieren, f\u00fchrt die Lernenden an das Verst\u00e4ndnis von Symbolen als Instrumenten der Vermittlung historischen Wissens und der Formung gesellschaftlicher Einstellungen heran. Gleichzeitig f\u00f6rdert sie sowohl ihre sprachlichen Kompetenzen als auch ihre kulturelle Kompetenz im Rahmen der Landeskunde.<\/p>\n<p>Zu Beginn der Unterrichtseinheit kann der\/die Dozent:in als Einstieg Fotos von Kleidungsst\u00fccken mit Aufschriften oder Symbolen zeigen. Die Lernenden werden dazu angeregt, ihre ersten Assoziationen zu \u00e4u\u00dfern und gemeinsam zu diskutieren, warum solche Artikel in der heutigen Mode erscheinen. Diese Einstiegsphase aktiviert ihr vorhandenes Vorwissen, weckt Interesse und schafft eine Grundlage f\u00fcr die darauffolgende Analyse.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend pr\u00e4sentiert die Lehrkraft einen kurzen inhaltlichen Kontext: Sie erl\u00e4utert das Ph\u00e4nomen der <em>Ostalgie<\/em>, f\u00fchrt den Begriff des <em>kulturellen Ged\u00e4chtnisses<\/em> (nach Assmann, Cherneva, Chakarova, Tencheva, Milanova \u2013 in vereinfachter Form) ein und erkl\u00e4rt die Rolle der Mode als Spiegel soziokultureller Prozesse. Ziel ist es, die Lernenden daf\u00fcr zu sensibilisieren, dass Aufschriften auf Kleidungsst\u00fccken nicht nur dekorative Elemente darstellen, sondern h\u00e4ufig einen historischen und ideologischen Bedeutungsgehalt tragen.<\/p>\n<p>Im Hauptteil der Unterrichtsstunde arbeiten die Lernenden in Gruppen, wobei jede Gruppe ein anderes Foto oder einen kurzen Text zum Thema erh\u00e4lt. Ihre Aufgabe besteht darin, die visuellen, verbalen und inhaltlichen Elemente des jeweiligen Beispiels zu analysieren: <em>Was stellt das Kleidungsst\u00fcck dar? Welche Botschaft vermittelt es? Wer k\u00f6nnte es tragen \u2013 und zu welchem Zweck?<\/em> Zudem sollen die Lernenden \u00fcberlegen, ob das Symbol als Ausdruck von Nostalgie, Ironie oder einer politischen Position interpretiert werden kann.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Bestandteil dieser Unterrichtsphase ist es, die Verbindung zwischen dem jeweiligen Symbol und dem Begriff des<em> kulturellen Ged\u00e4chtnisses<\/em> herzustellen und zu reflektieren, wie die Vergangenheit im Alltag sichtbar gemacht und aktualisiert wird.<\/p>\n<p>Es folgt eine gemeinsame Diskussion, in der die Deutschlernenden er\u00f6rtern, ob es angemessen ist, dass DDR-Symbole in der Mode auftauchen und ob dies zur Pflege des kulturellen Ged\u00e4chtnisses beitr\u00e4gt oder eher eine Form seiner Kommerzialisierung darstellt. Die Lernenden k\u00f6nnen dabei ihre pers\u00f6nliche Meinung \u00e4u\u00dfern und ihre Position argumentativ begr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Am Ende der Unterrichtsstunde wird eine produktive Aufgabe angeboten. F\u00fcr niedrigere Niveaustufen (B1\u2013B2) k\u00f6nnen die Lernenden ein eigenes T-Shirt-Design erstellen, das mit deutscher Kultur oder Geschichte verbunden ist, und anschlie\u00dfend ihre gestalterischen Entscheidungen erkl\u00e4ren. F\u00fcr h\u00f6here Niveaustufen (C1 \u2013 C2) wird eine schriftliche Aufgabe vorgeschlagen, etwa eine Stellungnahme zur Frage, ob DDR-Symbole in der Mode zur Bewahrung des kulturellen Ged\u00e4chtnisses beitragen.<\/p>\n<p>Die Unterrichtsstunde endet mit einer kurzen Reflexionsphase, in der die Lernenden schildern, was sie Neues \u00fcber Deutschland erfahren haben und inwiefern das Thema ihr Verst\u00e4ndnis kultureller Symbole ver\u00e4ndert oder erweitert hat.<\/p>\n<p>Als Hausaufgabe kann ein kurzer Essay zu Symbolen der eigenen Kultur oder eine Aufgabe zum Sammeln und Anwenden neuer Lexik angeboten werden. Auf diese Weise verbindet die Unterrichtseinheit sprachliche Entwicklung, kulturelles Lernen und kritisches Denken und macht Schriftz\u00fcge auf Kleidungsst\u00fccken zu einem zug\u00e4nglichen und motivierenden Mittel f\u00fcr den Landeskundeunterricht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Untersuchung zeigt, dass T-Shirts mit DDR-Bezug eine bedeutende Rolle als Tr\u00e4ger kulturellen Ged\u00e4chtnisses spielen. Sie verbinden Sprache, Bildlichkeit und Humor und \u00fcbersetzen historische Erfahrungen in moderne Ausdrucksformen. Dadurch werden Identit\u00e4t, Zugeh\u00f6rigkeit und kollektive Erinnerung nicht nur bewahrt, sondern auch kreativ neu interpretiert.<\/p>\n<p>Die Motive verdeutlichen, wie ambivalent das kulturelle Erbe der DDR wahrgenommen wird \u2013 im Spannungsfeld zwischen Stolz, Ironie, Protest und Nostalgie. Zugleich wird sichtbar, dass Alltagsgegenst\u00e4nde wie Kleidung zu wichtigen Medien kultureller Selbstverortung werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das kommerzielle Interesse an Historismen und historischen Kulturkonzepten reflektiert gesellschaftliche Entwicklungen und Einstellungen und kann als eine Art \u201eRecycling\u201c des kulturellen Emblems DDR verstanden werden, d. h. als synchrone Neubewertung eines diachronen kulturellen Querschnitts.<\/p>\n<p>Zudem l\u00e4sst sich feststellen, dass die positive Umdeutung ehemals abwertender Begriffe wie <em>Ossi<\/em> einen wichtigen Prozess der Selbstbehauptung und Identit\u00e4tsst\u00e4rkung darstellt. Die T-Shirts verdeutlichen, wie ostdeutsche Erinnerungskultur humorvoll, kritisch und zugleich selbstbewusst gestaltet wird. Der Einsatz von DDR-Symbolen wie dem Trabant fungiert dabei als visuelles Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Landeskundeunterricht er\u00f6ffnet das Thema vielf\u00e4ltige didaktische Potenziale: Es erm\u00f6glicht eine anschauliche Auseinandersetzung mit kulturellem Ged\u00e4chtnis, interkulturellen Bedeutungen und gesellschaftlichen Diskursen im heutigen Deutschland. Die Analyse solcher Kleidungsaufschriften f\u00f6rdert nicht nur sprachliche F\u00e4higkeiten, sondern auch kritisches Denken und kulturelles Bewusstsein. Insgesamt best\u00e4tigt die Studie, dass DDR-Emblem in der Mode ein lebendiges Beispiel daf\u00fcr darstellen, wie Geschichte im kollektiven Bewusstsein weiterwirkt und in neuen Kontexten Bedeutung gewinnt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>ANMERKUNGEN<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Alle \u00dcbersetzungen der zitierten Textstellen ins Deutsche stammen von der Verfasserin.<\/li>\n<li>Schema 2 erg\u00e4nzt und konkretisiert Abbildung 1 von Cherneva (2024, \u0440. 13).<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>QUELLEN DER BEISPIELE<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\">https:\/\/www.amazon.de<\/a> [Viewed 2025-11-29].<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ebay.de\">https:\/\/www.ebay.de<\/a> [Viewed 2025-11-29].<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ebay.com\">https:\/\/www.ebay.com<\/a> [Viewed 2025-11-29].<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/articulo.mercadolibre.com.ar\">https:\/\/articulo.mercadolibre.com.ar<\/a> [Viewed 2025-11-29].<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.redbubble.com\">https:\/\/www.redbubble.com<\/a> [Viewed 2025-11-29].<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.spreadshirt.de\/\">https:\/\/www.spreadshirt.de\/<\/a> [Viewed 2025-11-29].<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Danksagung und Finanzierung<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Diese Studie wurde von der Europ\u00e4ischen Union im Rahmen von <em>NextGenerationEU<\/em> \u00fcber den Nationalen Aufbau- und Resilienzplan der Republik Bulgarien gef\u00f6rdert (Projekt DUECOS BG-RRP-2.004-0001-C01 (DUECOS D24-FIF-005).<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>LITERATUR<\/strong><\/p>\n<p>Assmann, J. (1988). Kollektives Ged\u00e4chtnis und kulturelle Identit\u00e4t. In: <em>Kultur und Ged\u00e4chtnis,<\/em> Frankfurt, 9 \u2013 19. Available from: https:\/\/archiv.ub.uni-heidelberg.de\/propylaeumdok\/1895\/1\/Assmann_Kollektives_Gedaechtnis_1988.pdf. [Viewed 2025-11-29].<\/p>\n<p>Assmann, J. (2017). <em>Das kulturelle Ged\u00e4chtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identit\u00e4t in fr\u00fchen Hochkulturen<\/em>. M\u00fcnchen: Verlag C.H.Beck. ISBN eBook 978 3 406 70340 9.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Acknowledgments &amp; Funding<\/strong><\/p>\n<p>This study is financed by the European Union \u2013 NextGenerationEU, through the National Recovery and Resilience Plan of the Republic of Bulgaria, project DUECOS BG-RRP-2.004-0001-C01 (DUECOS D24-FIF-005).<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>REFERENCES<\/strong><\/p>\n<p>Assmann, J. (1988). Kollektives Ged\u00e4chtnis und kulturelle Identit\u00e4t. In:<em> Kultur und Ged\u00e4chtnis, Frankfurt<\/em>, 9 \u2013 19. Available from: https:\/\/archiv.ub.uni-heidelberg.de\/propylaeumdok\/1895\/1\/Assmann_Kollektives_Gedaechtnis_1988.pdf. [Viewed 2025-11-29].<\/p>\n<p>Assmann, J. (2017). <em>Das kulturelle Ged\u00e4chtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identit\u00e4t in fr\u00fchen Hochkulturen<\/em>. M\u00fcnchen: Verlag C.H.Beck. ISBN eBook 978 3 406 70340 9.<\/p>\n<p>Chakarova, Yu. (2023). Simvol \u2013 vozmozhno li obayat\u055a neobayatnoe (K voprosu ob izuchenii simvola v lingvokulyturologii). In: <em>Paisii Hilendarski University of Plovdiv Academic Research Papers,<\/em> <em>sb. A, 61<\/em>(1), 111 \u2013 131. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Bulgarian]. ISSN 0861-0029.<\/p>\n<p>Chakarova, Yu. (2024a). Intertekstualnost i pretsedentnost v evropeyskiya zhargon. In: <em>Paisii Hilendarski University of Plovdiv Academic Research Papers,<\/em> <em>sb. A,<\/em> <em>\u00a0<\/em><em>62<\/em>(1), \u00a0209 \u2013 242. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Bulgarian]. ISSN 0861-0029.<\/p>\n<p>Chakarova, Yu. (2024b). Verbalizatsiya na kulturnata pamet v diskursa na evropeyskoto obrazovatelno prostranstvo. In: Cherneva, N. (ed.). <em>Lingvokulturna emblematika: proektsii<\/em> <em>i interpretatsii<\/em>, \u0440\u0440. 22 \u2013 59. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Bulgarian]. ISBN 978-619-7663-99-0.<\/p>\n<p>Cherneva, N. (2010). Reklama i pretsedentnost\u055a (na materiale russkoyazychnoy reklamy uslug dlya turistov). In: <em>Paisii Hilendarski University of Plovdiv Academic Research Papers,<\/em> <em>sb. B<\/em>, <em>\u00a048<\/em>(1), 233 \u2013 242. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Russian]. ISSN 0861-0029.<\/p>\n<p>Cherneva, N. (2013). <em>Pretsedentnye fenomeny russkoyazychnogo lingvokulyturnogo diskursa<\/em>. Plovdiv: Arena print, [in Russian]. ISBN 978-619-7413-08-3.<\/p>\n<p>Cherneva, N. (2024). Pretsedentikata kato lingvokulturna emblematika. In: Cherneva, N. (ed.). <em>Lingvokulturna<\/em> <em>emblematika<\/em><em>: <\/em><em>proektsii<\/em> <em><\/em> <em>interpretatsii<\/em>, \u0440\u0440. 9 \u2013 21. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Bulgarian]. ISBN 978-619-7663-99-0.<\/p>\n<p>Kuzova, M. (2017). Aksiologichni shtrihi kam obrazite na zhenata i mazha v ruskata frazeologiya (dinamika i polyusi na otsenkata). In: <em>Paisii Hilendarski University of Plovdiv Academic Research Papers, sb<\/em><em>. <\/em><em>A<\/em><em>,<\/em> <em>57<\/em>(1), 305 \u2013 315. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Bulgarian]. ISSN 0861-0029.<\/p>\n<p>Kuzova, M. (2018). <em>Paradoksite na ekspresiyata v balgarskiya i ruskiya ezik<\/em>. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Bulgarian]. ISSN 978-619-202-338-6.<\/p>\n<p>Milanova, E., 2023. Fetishomitonimite v ruskata i kitajskata lingvokultura. In: <em>Paisii Hilendarski University of Plovdiv Academic Research Papers, sb. A,<\/em> <em>61<\/em>(1), 233 \u2013 242. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Bulgarian]. ISSN 0861-0029.<\/p>\n<p>Milanova, E., Makevi\u0107, M. (2024). Pretsedentnye fenomeny na odezhde kak sposob samoprezentatsii v obshchestve. In: Cherneva, N. (ed.). <em>Lingvokulturna emblematika: proektsii<\/em> <em>i interpretatsii,<\/em> \u0440\u0440. 213 \u2013 233. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Russian]. ISBN 978-619-7663-99-0.<\/p>\n<p>Tencheva, B. (2011). Za balgarskata reklama kato obekt na izsledvane ot gledna tochka na kulturologiyata. In: <em>Paisii Hilendarski University of Plovdiv Academic Research Papers,<\/em> <em>sb. B,<\/em> <em>49<\/em>(1), 276 \u2013 289. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Bulgarian]. ISSN 0861-0029.<\/p>\n<p>Tencheva, B. (2013). O spetsifike yazykovoy igry na funktsionalynom urovne (na materiale russkogo, nemetskogo i bolgarskogo yazykov). In: <em>Paisii Hilendarski University of Plovdiv Academic Research Papers, sb. C, 50<\/em>(1), 674 \u2013 688. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Russian]. ISSN 0861-0029.<\/p>\n<p>Tencheva, B. (2024a). Nyakoi sashtnostni harakteristiki na pretsedentnite fenomeni i transformatsionni modeli pri upotrebata im v SMI. In: Cherneva, N. (ed.). <em>Lingvokulturna emblematika: proektsii<\/em> <em>i interpretatsii<\/em>, \u0440\u0440. 60 \u2013 92, Plovdiv: Plovdiv University Press [in Bulgarian]. ISBN 978-619-7663-99-0.<\/p>\n<p>Tencheva, B. (2024b). Futbolka s harakterom: kommunikativno-pragmaticheskie aspekty nemetskih nadpisej na odezhde. In: <em>Paisii Hilendarski University of Plovdiv Academic Research Papers, sb. B,<\/em> <em>62<\/em>(1), 209 \u2013 220. Plovdiv: Plovdiv University Press [in Russian]. ISSN 0861-0029.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>CULTURAL EMBLEM <em>GDR<\/em> IN LANGUAGE AND CULTURE: CLOTHING INSCRIPTIONS IN GERMAN AS CARRIERS OF CULTURAL MEMORY<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Abstract<\/strong>. The present article examines Clothing inscriptions in German as a mediator of cultural memory, situating the topic at the intersection of language, culture, and fashion. The analysis focuses on T-shirt prints related to German Democratic Republic (GDR). The present study deals with the linguistic, symbolic and humorous aspects of the text. The empirical analysis of selected examples employs a methodology that integrates linguistic and intertextual approaches. Utilising a range of clothing inscriptions, the study demonstrates how the cultural emblem GDR is staged linguistically and visually to express identity and memory. The topic under discussion opens up a wide range of didactic possibilities for teachers of Language and culture.<\/p>\n<p><em>Keywords:<\/em> cultural memory; culture of remembrance; cultural emblem; German Democratic Republic (GDR); Language and culture; foreign language teaching<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Dr. Boryana Tencheva, Assist. Prof.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">ORCID iD: 0000-0002-9147-6981<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">WoS Researcher ID: AAW-4981-2020<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Department of Romance and Germanic Studies<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Paisii Hilendarski University of Plovdiv<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Plovdiv, Bulgaria<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">E-mail: btencheva@uni-plovdiv.bg<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azbuki.bg\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/foreign_language_2s_26_boryqna-tencheva.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">>> Download the article as a PDF file <<<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Boryana Tencheva, Assist. Prof. Paisii-Hilendarski-Universit\u00e4t Plovdiv https:\/\/doi.org\/10.53656\/for2026-2s-03 Abstract. Der Beitrag pr\u00e4sentiert deutsche Kleidungsaufschriften als mediale Formen der Erinnerungskultur und verortet das Thema im Schnittfeld von Sprache, Kultur und Mode, wobei DDR-bezogene T-Shirt-Aufdrucke untersucht werden. Im Fokus der Untersuchung stehen sprachliche, symbolische und humoristische Dimensionen. 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